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Vom HS 250h bis zum LS 600 hL: Alles, was der Toyota-Konzern unter seiner Nobelmarke Hybrides zu bieten hat. Für den NX und UX gibt es eigene Unterrubriken, für den CT eine separate Rubrik.
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THEMA: Fahrbericht IS 300h
#244066
Fahrbericht IS 300h 18.03.2014 16:36 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Seit heute Morgen bin ich mit einem tiefschwarzen IS 300h F-Sport (Fahrzeug-Neupreis 55.000 Euro) unterwegs. Ich habe den Wagen nicht aus Kaufinteresse, sondern als Ersatzauto. Ich werde deshalb auch keinen Testbericht schreiben, sondern quasi als Abfallprodukt einen kleinen Fahrbericht. Der folgt, sobald ich Zeit habe, am späteren Abend oder morgen Früh, und zwar ganz subjektiv aus meiner Wahrnehmung.

Das Fazit nehme ich vorweg: Ein tolles Auto, ich bin ehrlich positiv überrascht! Es ist nicht "mein" Auto (zu klein, zu unpraktisch), aber das ist eine persönliche Sache und dem Fahrzeug nicht anzulasten. Lasse ich das außen vor, bleibt fast ausschließlich Positives, vom Fahrwerk über den Antrieb bis zum Audio-System - da ist Toyota mal etwas wirklich Überzeugendes gelungen.

Wenn man die Kombination aus einem Dreier BMW (Größe, Agilität) mit einem bemerkenswert sparsamen HSD mag, ist man hier an der richtigen Adresse: Systemleistung 223 PS, nach 100 Kilometern steht der BC trotz einiger Testfahrt-typisch unvernünftiger Manöver auf 5,3 Liter/100km. Das ist ziemlich gut, ich bin überrascht!

Mehr - sowie natürlich auch die negativen Details und viele weitere Bilder - folgen später oder morgen. Ein Vorgeschmack:





















Grüße, Egon
Egon
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#244081
Aw: Fahrbericht IS 300h 18.03.2014 19:45 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
bei 5th gear wurde er auch in einer der letzen Folgen getestet. Sie waren von Lenkung und Fahrwerk recht angetan. Lustig ist das Überspielen des von der Motorpresse kritisierten Gummibandeffektes. Es werden Schaltstufen akustisch per syntetisiertem Motorgeräusch beim Beschleunigen simuliert. Die Drehzahl bleibt beim Beschleunigen gleich, aber das motorgeräusch ändert sich, als wenn es Schaltstufen geben würde.
emuman
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#244083
Aw: Fahrbericht IS 300h 18.03.2014 19:54 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Hab ich schon mal gesagt, dass der IS300 seit Jahren meine Libling-Limusine ist? Der aktuelle übertrifft alles und dann ist es auch noch ein Hybid... Da läuft echt das Saber nur so runter

@Egon: Ich bin wirklich auf deinen Bericht gespannt!
sailor377
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#244089
Aw: Fahrbericht IS 300h 18.03.2014 21:25 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
emuman schrieb:
bei 5th gear wurde er auch in einer der letzen Folgen getestet. Sie waren von Lenkung und Fahrwerk recht angetan. Lustig ist das Überspielen des von der Motorpresse kritisierten Gummibandeffektes. Es werden Schaltstufen akustisch per syntetisiertem Motorgeräusch beim Beschleunigen simuliert. Die Drehzahl bleibt beim Beschleunigen gleich, aber das motorgeräusch ändert sich, als wenn es Schaltstufen geben würde.
Spielerei, ist bisschen krankhaft, diese imaginäre Schaltstufen, aber was soll's, wenn's einem gefällt!
Laut Tooyta-Media:
Lexus IS 300h ist die effizienteste Limousine
www.toyota-media.de/Article/view/2014/01...3?c=lexus&m=1135
Woody
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#244090
Aw: Fahrbericht IS 300h 18.03.2014 21:25 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Heute schaffe ich das nicht mehr, aber hoffentlich morgen Vormittag.

Der angesprochene Soundgenerator ist a) schlecht und b) überflüssig. Das einzig Positive daran ist, dass man ihn mit einem Handgriff abschalten kann, so dass er nicht weiter dumm auffällt.

Das Auto macht wirklich Laune beim Fahren, in jeder Hinsicht. Das Fahrgefühl ist toll und wenn man will, kann man den sogar äußerst sparsam bewegen. Eine 5 vor dem Komma ist trotz flotter Fahrweise - das Auto verführt dazu - problemlos zu machen. Selbst bei Tacho 130 sind Drehzahl (unter 1800 Umdrehungen, bei gesetztem Tempomat) und Momentanverbrauch noch überraschend niedrig.



Grüße, Egon
Egon
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#244134
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 10:31 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Wie gestern versprochen hier ein paar Eindrücke vom Lexus IS 300h, den ich einen Tag lang in meinen Alltag eingebunden und ungefähr 150 Kilometer gefahren habe. Das ist kein Testbericht und erhebt weder den Anspruch auf Objektivität noch auf Vollständigkeit.

Der erste Eindruck (Bilder siehe oben) war: Sehr schnittiges Design, erinnert alles irgendwie an einen BMW Dreier, auch Innen- und Kofferraum: Klein. Zu klein. Das Geraffel, das ich so üblicherweise immer mit mir rumfahre und noch nicht mal unter "Beladung" fällt, füllt den Kofferraum schon zu mehr als der Hälfte aus.



Dabei ist der durchaus nicht klein, im Gegenteil: Das ist eine zwar niedrige, aber überraschend tiefe Höhle, die eine Menge Gepäckstücke schlucken kann, wenn sie nicht zu hoch sind.

Die Durchlademöglichkeit ist aber mehr symbolisch. Die in Testberichten oft zu lesende Formulierung "es entsteht keine ebene Ladefläche" trifft es nicht ganz: Hier entsteht sogar das Gegenteil, nämlich eine Treppe mit richtig hoher Stufe.



Übrig bleibt eine kleine, enge, niedrige Öffnung in den Innenraum:



Für Transportaufgaben ist das klar das falsche Auto, aber dafür wurde es auch nicht konstruiert. Allerdings fällt es mir auch schwer, es als vollwertigen Vier- oder Fünfsitzer anzuerkennen. Dafür ist der Knieraum auf der Rückbank einfach zu gering. Wenn ich den Fahrersitz so eingestellt habe, das es passt, kann hinter mir bestenfalls noch ein kleines Kind sitzen. Zu fünft wollte ich in diesem Auto gar nicht fahren, zu viert höchstens eine kurze Strecke - eben wie in einem Dreier BMW, da geht mir das auch immer so.

Vorne aber, für zwei Personen, da ist er richtig Klasse, der IS 300h. Die Sportsitze sind vielfach verstellbar, man sitzt wie in einer Schale, tief und geborgen und mit sehr gutem Seitenhalt. Sogar meine an Autos völlig uninteressierte Frau hat das anerkennend festgestellt, ohne dass ich sie darauf ansprechen musste.



Die Sitze sind beheizt und aktiv belüftet. Sitzheizung und Sitzlüftung sind in drei Stufen einstellbar, beide funktionieren ausgezeichnet. Das Gebläse der Sitzlüftung war mir etwas zu laut, was aber damit zusammenhängen mag, dass es in diesem Auto ansonsten auffallend leise zugeht.



Dass man beim Aussteigen das Auto ausziehen muss wie einen Kittel, ist die andere Seite. Zwar fährt er beim Abschalten des Hybrid-Systems bereitwillig den Sitz ganz nach hinten (abschaltbar) und das Lenkrad hoch, aber ich muss meinen Luxuskörper trotzdem mit Ellenbogeneinsatz rauswuchten, um dann aus dem Auto zu ploppen. Ich bin groß, schwer und über 50, da ist mir das schon etwas zu arg; der IS zu tief und zu eng. Das ist allerdings bei weitem nicht so ausgeprägt wie beispielsweise in einem GT-86 oder einem 911er, wo ich ohne fremde Hilfe nur mit Mühe wieder rauskomme.

Im Innenraum geht es genauso gewollt sportlich zu wie außen. Carbon-Optik, haptisch durchaus ansprechende, wenn auch nicht überragende Materialien. Viel dünn gepolstertes Leder, gesteppte Nähte.



Man fühlt sich wohl im Innenraum, auch wenn es nicht gerade großzügig zugeht. Es ist eben, um bei der Analogie zu bleiben, ein BMW Dreier, kein Siebener. Bemerkenswert ist die Kopffreiheit, für mich in kleinen Autos immer ein Problem. Im IS nicht, es ist sogar reichlich Luft nach oben, erstaunlich! Der Blick nach draußen geht durch schmale Schießscharten - die Fenster sind auffallend niedrig, rundum.

Schöne Analoguhr, die minutenweise vorwärts rückt. Das macht einen durchaus ansprechenden Eindruck. Im Bereich der Mittelkonsole zuviel glatte Kunststoffoberflächen, die Fingerabdrücke magisch anziehen. Die vertikalen Sensorfelder für die Temperatureinstellung sind einfach nur ein Gag und funktionieren, aber zwei Drehregler wären an dieser Stelle besser.



Sehr kritikwürdig ist die Schalterbatterie in Höhe des linken Fahrerknies. Sofern man im linken Knie keine Sehfähigkeit besitzt, muss man sich entweder sehr tief runterbeugen oder gleich von vornherein im Trüben fischen. Richtig erkennen kann man den Kram nur bei geöffneter Fahrertür. Eine wirklich saublöde Stelle, um wichtige und viele Tasten unterzubringen! Das ist leider auch in vielen anderen Toyotas so.





Zu den Schaltern: "ASC" schaltet diesen überflüssigen Soundgenerator (total Gaga! ) ab oder macht ihn wenigstens leiser. "BSC" schaltet den Totwinkel-Assistenten in den Außenspiegeln ein oder aus. Der ist übrigens richtig Klasse weil er in diesem Auto gut und praxisgerecht abgestimmt ist. Ich kenne ihn aus anderen Autos (Infiniti M, Daimler E-Klasse), wo er mir nicht ganz so gut gefallen hat.

Hier im Lexus IS warnt er genau in den richtigen Situationen und vor allem dann nicht, wenn es nicht notwendig ist - das stumpft sonst nämlich ab. Die Warn-LEDs des BSC sind gelb-orange und im äußeren Bereich der Außenspiegel innerhalb der Spiegelflächen untergebracht. Sie fallen weit mehr auf, als man das in meinen gewohnt mäßigen Fotos erkennen kann. Tatsächlich kann man ihre Warnung selbst aus den Augenwinkeln kaum übersehen, denn sie leuchten sehr hell und in kritischen Situationen blinken sie in schneller Frequenz.

Warn-LED des BSC (Totwinkelassistent) ist aus:



Warn-LED des BSC (Totwinkelassistent) leuchtet:



Erfahrene Hybrid- und Toyota-Fahrer werden auch im IS 300h keine Probleme haben, sich auf Anhieb zurecht zu finden. Die Lenkstockhebel sind geringfügig anders, ihre Basisfunktionen aber wie gewohnt.

Der Komfortblinker hat zwei mechanische Stufen, die erste für dreimal Blinken, die zweite für Dauer-Blinken. Durch leichten Druck in die jeweilige Gegenrichtung lässt sich beides sofort beenden. Das muss man nicht unbedingt mögen, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Der Smart-Key des schlüssellosen Zugangsystems sieht in diesem Modell so aus:



Wie sich das System genau verhalten soll, lässt sich frei konfigurieren, das ist richtig gut! Dass im zwei Fahrzeugklassen höher angesiedelten Lexus GS nicht alle diese Funktionen zur Verfügung stehen, ist einer der nicht nachvollziehbaren Entscheidungen, mit denen man als Toyota-Fahrer wohl einfach leben muss. Das Bild zeigt nur die Hälfte der im IS verfügbaren Menüpunkte zu diesem Thema:



Keine Probleme wird man auch mit dem Hybrid-System haben, weder mit dem Verhalten noch mit der Bedienung, alles wie gehabt. Die Traktionskontrolle (TRC) lässt sich aussschalten, es gibt ein zusätzliches Fahrtprogramm SNOW (für besonders sanftes Anfahren auf glattem Untergrund).



Wenn man möchte, kann man von stufenlos auf Brumm-Brumm umschalten. Dann verschwindet das "D" in den ausgezeichneten, hoch aufgelösten grafischen Instrumenten und wird ersetzt durch "S1" bis "S6". Es lassen sich also sechs Fahrstufen simulieren und mit dem Wahlhebel (nach vorne- und hinten drücken) oder mit den Paddles am Lenkrad hoch- und runter schalten.

Das funktioniert tadellos und sanft, ist aber technisch überflüssig und sorgt in der Regel für Mehrverbrauch, weil man damit das HSD zwingen kann, den Verbrenner außerhalb seines optimalen Betriebspunktes arbeiten zu lassen. Es kommt aber der angesprochene Zielgruppe und dem sportlichen Habitus des Fahrzeugs entgegen.





Das klang jetzt bis hier insgesamt eher nüchtern. Aber wartet ab, nachher schreibe ich noch etwas zum extrem guten Fahrgefühl und der unerwartet gelungenen HSD-Variante, die in diesem Modell verbaut ist.

Grüße, Egon
Egon
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Letzte Änderung: 19.03.2014 10:39 von Egon.Grund: Tippfehler korrigiert.
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#244143
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 11:09 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
@Egon
Dieser Bericht ist, wie kann es anders sein wenn er von Dir kommt,
wieder einmal große Klasse. Ich warte ich schon immer ein wenig auf einen neuen Bericht von Dir.
Welch Glück, dass es Leute wie Dich gibt, welche die Möglichkeiten und Mittel haben die unterschiedlichsten Fahrzeuge, zu erfahren.
Das mit den Schaltern auf der Beifahrerseite ist wahrlich keine Meisterleistung und erst recht keine Ingenieursleistung.
Dein Kommentar aber. Köstlich das mit den Augen im Knie.

Hast Dir wieder viel Mühe gegeben.

Danke !
Kasbahman
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#244146
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 11:23 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Weiter geht´s.

Wenig begeistert hat mich die Bedienung des Navi- und Audio-Systems. Es stammt mutmaßlich wieder vom Zulieferer Aisin. Ich kenne seine Vorgänger schon seit Ende der Neunziger Jahre und viele ähnliche Varianten, die in anderen Toyota- und Lexus-Modellen verbaut sind. Es besteht eine große Verwandtschaft zum "Toyota Touch Pro", aber nicht (!) zu den anderen Systemen mit "Touch" im Namen.

Die Bedienung und Menüstruktur war, ist und bleibt ziemlich krude. Ich bin nach so vielen Jahren daran gewöhnt, aber die eine oder andere Sache musste ich wieder suchen. Das System ist geringfügig langsamer als seine Vorgänger, insbesondere beim Aufbau der Menüs. In der Mittelkonsole befinden sich gleich zwei USB-Anschlüsse.

Die Bedienung über diesen Joystick in der Mittelkonsole mit einstellbarer mechanischer Rückmeldung ist Krampf. Sorry, wenn ich das so hart formuliere, aber das hat mir schon im CT und in anderen Autos nicht gefallen, in diesem hier aber noch weniger. Einige Menüpunkte lassen sich, wenn man eine hohe mechanische Rückmeldung eingestellt hat, nur noch durch Zufallstreffer anfahren. Was für ein Gewürge.

Wenn man wenigstens das Display berührungsempfindlich gelassen hätte, so dass man als Fahrer die Wahl hat. Hat man aber nicht. Das Display ist im Übrigen sehr gut, lässt sich aber in der Neigung nicht verstellen. Außerdem ist es doof platziert, weil direkt davor eine große Ablage entsteht. Die kann man aber nicht nutzen, weil sie schräg in Richtung Bildschirm ist und alles, was man dort hinlegt, vor und in das Display rollt. Da hat jemand nicht mitgedacht.

Unglücklich bin ich auch mit der Darstellung: Die beiden einstellbaren Farbschemata sind düster-cool-modern. Alle Felder sind kantig und irgendwie nicht sympathisch, ihre Darstellung stellenweise inkonsistent. Das kann man schlecht erklären, das muss man sehen. Auch der "Home"-Bildschirm ist mir unsympathisch. Er lässt sich nur in Grenzen konfigurieren und ich finde ihn grafisch nicht besonders gelungen. Das liegt nicht an der Auflösung, die ist prima.



Natürlich funktioniert alles. Bemerkenswert ist auch, was man über das System alles am Fahrzeug personalisieren und einstellen kann, toll! Das Bild unten ist nur die oberste Ebene, es geht erstaunlich tief hinab, bis zur Nachleuchtzeit der Innenbeleuchtung, dem automatisch zurückfahrenden Sitz und vielem, vielem mehr. Damit nähert man sich dem europäischen Standard an, ein wesentlicher und langjähriger Kritikpunkt der Vergangenheit entfällt.



Die Rückfahrkamera ist exzellent. Selten habe ich ein derart brillantes, gestochen scharfes, farbechtes Kamerabild ohne jedes Bildrauschen gesehen. Man hat offenbar eine weit bessere Kamera verbaut als in vielen anderen Modellen des Toyota-Konzerns.

Zusätzlich wird man von einem PDC ("Lexus Park Assist") unterstützt, dessen Ansprechschwelle man sogar konfigurieren kann. In den Instrumenten erscheint dann rechts neben der Geschwindigkeit ein kleines Auto mit Darstellung, an welcher Stelle es eng wird. In unserem Beispiel nach vorne (gelbe Striche vor dem symbolisierten Auto):





In den beiden Bildern oben sieht man sehr schön die beiden Hauptmodi der grafisch hervorragenden Instrumente: Mittig oder Rechts. Stellt man auf Rechts, wandern Tankuhr und Kühlmitteletemperatur nach oben/unten. Links entsteht dadurch eine Fläche, in man viele weitere Informationen einblenden lassen kann, hier die Textanzeige des BC (oberes Bild). Nur der Ring ist nicht grafisch, er wird von einem kleinen Stellmotor bewegt (kein Scherz).

Nachher folgt noch ein letzter Teil, jetzt muss ich erstmal was schaffen.

Grüße, Egon
Egon
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#244149
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 11:36 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Egon schrieb:






Nur der Ring ist nicht grafisch, er wird von einem kleinen Stellmotor bewegt (kein Scherz).


Grüße, Egon



Dieser auf den Bildern, zu sehende Chromring?
Kasbahman
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Letzte Änderung: 19.03.2014 11:37 von Kasbahman.
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#244153
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 11:52 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
@Kasbahman: ja, sieht man z.B. in diesem Video:
the_janitor
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#244168
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 13:56 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Ist ja lustig. Ganz schön geräuschvoll.
Danke !
Kasbahman
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#244179
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 15:29 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
So ist es.

Jetzt aber zum besten, zum Antrieb des Lexus IS 300h. Wir erinnern uns: In praktisch allen Testberichten wird kritisiert, dass der Antrieb nicht zum sportlichen Anspruch des Autos passen würde. Das gilt insbesondere für die hier gefahrene "F-Sport"-Version, die schon rein optisch - innen und außen - gezielt auf sportlich getrimmt ist. Das Auto sieht wirklich flott aus, ähnlich wie ein stark motorisierter BMW der Dreier-Reihe.

Der hybride Antriebsstrang des IS 300h stammt aus einer weit größeren Limousine, nämlich einem Toyota Crown Hybrid der 14. Generation, also aus dem aktuellen Modell. Er besteht aus einem Vierzylinder, der in der Europa-Version aus 2,5 Liter Hubraum 181 PS schöpft. Der E-Zweig hat 143 PS, die Systemleistung liegt bei 223 PS.



Ich bin der Meinung, dass dieser Antrieb sogar sehr gut in dieses Auto passt! Es ist jederzeit genug Leistung vorhanden, und das Verhältnis von Fahrleistung zu Verbrauch ist äußerst günstig. Der Antrieb wirkt nie angestrengt, ist prima gedämmt und macht (mir) einfach nur Laune.

Was die Leistung angeht, so ist das eine Frage von Standpunkt und Erwartungshaltung: Wer mit einem BMW 335 vergleicht, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Dessen über 300 PS fühlen sich tatsächlich noch viel kräftiger an, als der Unterschied zu den genannten 223 PS Systemleistung erwarten lässt. Ich bin aber der Ansicht, dass ein Auto dieser Größenordnung bereits mit 200 PS hinreichend motorisiert ist. Wer das anders sieht, braucht sich erst gar nicht mit einem IS 300h zu beschäftigen.

Mir hingegen war der Antrieb von der ersten Sekunde an ausgesprochen sympathisch. Nach dem Einsteigen und dem ersten Druck auf POWER wird man kurz aufgeklärt, wie es weiter geht:





Danach springt der Verbrenner an und absolviert seine Warmlauf-Sequenz. Das geschieht leise und unauffällig, wie man es von den anderen Hybriden kennt. Genau so geht es dann auch weiter: Sanft, ruckfrei, unauffällig und trotzdem mit jederzeit genug Leistung.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, die Launch Control auszuprobieren. Das funktioniert übrigens mit jedem Toyota-Hybriden: Im Stand Bremse treten und Vollgas geben. Der Verbrenner wird dabei vom System auf exakt 2500 Umdrehungen gefahren. Zum Starten einfach von der Bremse gehen - und es geht munter voran. Im IS 300h geht es sogar äußerst munter voran, das ist schon ein ziemlich flottes Limousinchen!

Obwohl ich das Auto zeitweise etwas flotter bewegt habe, hielt sich der Verbrauch doch sehr in Grenzen. Nach 150 Kilometern lag er bei 5,3 Litern/100 km nach BC. Wenn man den bei neueren Toyotas leider üblichen eingebauten Optimismus einrechnet, liegen wir immer noch unter 6 Liter Realverbrauch. Ein prima Wert!

Das leistungsverzweigte Hybrid-System ist schon ein geniales Stück Technik. Wenn man den Drehzahlmesser einblendet ("Sport" oder "Sport Plus"-Modus), sieht man das beachtlich niedrige Drehzahlniveau, zum Beispiel weniger als 1300 Umdrehungen bei Tacho 100 und weniger als 1600 Umdrehungen bei Tacho 120:





Der grafische Drehzahlmesser-Zeiger ist übrigens flott und wirkt ziemlich echt. Hier noch der Vergleich mit der Darstellung ohne Drehzahlmesser im Eco-Modus:



Ich kenne eigentlich alle Testberichte und die Kritik an dem Antrieb, kann sie aber nicht nachvollziehen. Was ich hingegen verstehe, ist die Diskrepanz zwischen übertrieben sportlichem Auftritt und "nur" 223 PS. Das Auto sieht in der F-Sport-Variante stärker motorisiert aus, als es tatsächlich ist. Ich fände einen nicht ganz so martialischen optischen Auftritt weit sinnvoller als einen zur Optik passenden stärkeren Antrieb.

Neben dem sehr gelungenen HSD, dem agilen, gut abgestimmten Fahrwerk, der Wendigkeit und der tollen Instrumentierung ist mir noch etwas positiv aufgefallen, nämlich der Klang des serienmäßigen Audio-Systems. Das hat mich erstaunt, weil es in den Foren Beschwerden darüber gab, dass das hochwertige Audio-System des Zulieferers Mark Levinson für die F-Sport-Variante nicht lieferbar ist. Mittlerweile geht das offenbar doch, aber in diesem F-Sport war kein Mark Levinson-System verbaut.

Umso überraschter war ich, wie gut die Anlage klingt. Die muss sorgfältig auf das Fahrzeuginnere abgestimmt sein und vor allem ordentlich Leistung haben, denn sie klingt von ganz leise bis ganz laut einfach nur gut. Da verzerrt nix, die Höhen tun nicht in den Ohren weh, die Bässe wummern nicht und man kommt nie in die Versuchung, die Höhen oder die Bässe anheben zu wollen.

Dazu eine äußerst präzise Ortung, man kann mit geschlossenen Augen den Standort einzelner Instrumente heraushören, sofern die Aufnahme das hergibt. Selbst bei Nachrichten in Flüsterlautstärke versteht man jedes Wort. Das ist grandios! Einschränkung für HiFi-Enthusiasten: Der DSP stand auf "Surround", in Normalstellung klingt es weniger beeindruckend.

Ebenfalls zu erwähnen: Der Radioempfang ist bemerkenswert gut. Der DAB Plus-Empfang hängt bekanntlich von der Versorgung ab, die ist streckenweise miserabel. Der analoge UKW-Empfang ist aber überall sehr gut, selbst an den Grenzen des Versorgungsbereichs einzelner Sender. Das kenne ich von Toyota-/Lexus-Fahrzeugen überhaupt nicht. Offenbar hat man endlich mal einen Zulieferer bemüht, der vernünftige UKW-Empfangsteile verbaut.

Alles in allem hat man mit dem IS 300h ein tolles Fahrzeug auf die Beine gestellt, das mich positiv überrascht hat. Wer eine flotte, wendige, gut gemachte kleine Limousine mit einem sparsamen, aber agilen Antrieb sucht, sollte sich dieses Auto näher anschauen.

Grüße, Egon
Egon
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#244182
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 15:49 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Hi Egon

Auch von mir vielen Dank für den tollen und ausführlichen Bericht. Das macht schon Lust auf mehr.
Gefahren bin ich den iS noch nicht, aber probesitzen konnte ich schon. Ausserdem bin ich vor meiner Prius-Zeit den IS 220d gefahren.
Eigentlich wäre es genau meine Fahrzeugklasse. ABER: man sollte als Privatmann die absurd hohe Einstufung in der Versicherung mit kalkulieren. Wenn man nicht nur den Kostenfaktor Sprit bedenkt, ist es ein teures Vergnügen, den IS hierzulande zu fahren, wobei ich den Anschaffungspreis durchaus als gerechtfertigt ansehe, gemessen an dem, was man von Lexus geliefert bekommt.

Bei unserem Neuseeland-Urlaub, der vor 2 Wochen zu Ende ging, konnten wir auch einige neue IS schon in natura bewundern - allerdings keine Hybride.

Viele Grüße

rufa1
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#244185
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 16:27 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Hallo Egon,

toller Bericht!!!

Eine Frage:

Gibt es die Möglichkeit die Luftverteilung der Klimaanlage so einzustellen, dass die Luft sowohl aus den "Windschutzscheibenausströmern" als auch aus den "Mannanströmern" kommt?
CWein
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Letzte Änderung: 19.03.2014 16:27 von CWein.
Ehemals: PRIUS II; 2x Auris II TS; Golf VII Alltrack; Golf VII 1,4 TGI ; Landcruiser J12 3.0 D4D. Aktuell: Ford P7B Interceptor; Lexus RX450h
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#244186
Aw: Fahrbericht IS 300h 19.03.2014 16:47 - vor 6 Jahren, 3 Monaten  
Darauf habe ich zwar nicht gezielt geachtet, aber soweit ich mich erinnere, kann man manuell nur die von den anderen Fahrzeugen des Toyota-Konzerns bekannten Einstellungen vornehmen. Also Unten/Scheibe Ja, Passagiere/Scheibe Nein.

Grüße, Egon
Egon
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Moderation: KSR1, Timico, Shar, yarison, Knuddel1987