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Der kalifornische Hersteller Tesla schreibt mit seinen Elektroautos und dem zugehörigen Mobilitätskonzept seit 2003 Automobilgeschichte.
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THEMA: Egons blauer Elektrojet
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#416690
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 13:45 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Oh sch... Ich habe auch einen Hund, der gerne schnell fährt. Das ist meine innerer Schweinehund. Muss ich mir jetzt auch einen Tesla kaufen?

Yaris Gerd
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Letzte Änderung: 07.08.2017 14:00 von YarisGerd.
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#416692
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 13:55 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Ihr Lieben,

ich bedanke mich sehr herzlich für alle Eure Worte und Wünsche!


Edgar schrieb:
..ich glaube, dass Egon druckresistent ist und sich bei der Lektüre dieser Beiträge königlich amüsieren wird
Das trifft es ziemlich genau. Als ich Samstag Abend einigermaßen erstaunt gesehen haben, welche Welle das macht (3000 Zugriffe innerhalb weniger Stunden!), habe ich es natürlich unkommentiert laufen lassen. Wieso auch sollte ich so eine schöne Diskussion durch weitere Fakten belasten? Nein, Im Ernst: Ist schon ein bisschen merkwürdig, dass das selbst in zwei weiteren Foren ein Thema ist. Ich habe ein BEV gekauft, nicht den Nobelpreis gewonnen.

Das Wochenende habe ich mitnichten im Tesla verbracht, sondern mit Frau Egon und nebenbei - wie sonst auch immer - hier im Forum über 40 neue Beiträge verfasst. Hat das niemand gemerkt? Wollt Ihr alle nur Zeug über Tesla lesen? Ihr wisst aber schon, dass wir hier im Hybridfahrer-Forum sind?!



Egon zieht ein


Aber klar, ich wäre auch neugierig. Da ich eher nicht zu einem Tesla-Fanboy mutieren werde und meine Kaufentscheidung auch nicht durch Lobgehudel rechtfertigen muss, werde ich in gewohnt nüchterner Weise alles ansprechen was gut ist und nichts verschweigen, was schlecht ist. Es kamen von Euch bereits sehr viele Vermutungen und Fragen auf. Ich werde sie alle ehrlich, ausführlich und der Reihe nach in den nächsten Tagen beantworten. Einige allgemeine Antworten vorab:


Wieso habe ich plötzlich einen Tesla gekauft?


Habe ich nicht. Das war überhaupt keine spontane Entscheidung, ganz im Gegenteil. Ich befasse mich mit diesem Fahrzeug seit 2014, habe seither mindestens ein halbes Dutzend davon in verschiedenen Evolutionsstufen gefahren, eher mehr.


Wieso habe ich dann nicht schon längst einen gekauft?

Weil er mir jenseits von Antrieb und Ladenetzwerk nicht besonders gefällt. Das gilt wegen der Größe auch für das Model X, wegen der fehlenden Heckklappe für das Model 3 und wegen des fehlenden Ladenetzwerks für sämtliche BEV anderer Marken. Alles, was mir nicht gefällt, wiegt bei einem Tesla angesichts der gesalzenen Handelspreise besonders schwer.

Rational oder gar ökonomisch ist eine Tesla-Anschaffung schlecht begründbar. Die Sozialverträglichkeit ist wie bei allen fetten Autos eher gering, die Vandalismusgefahr entsprechend hoch. Die Garantie ist mit 80.000 Kilometern nicht üppig, die wesentlich längere Batteriegarantie umfasst bis zu einem hohen Ausmaß keine Degradation.

Das Fahrzeug ist teuer. Die Ersatzteilpreise sind exorbitant. Die Wartungsdienste sind nicht verpflichtend, aber teuer. Die Versicherung ist teuer. Dem gegenüber steht die Einsparung von Treibstoffkosten. Bei Vielfahrern und konsequent kostenlosem Laden spart man bestenfalls 5000 Euro pro 100.000 Kilometer, eher weniger. Das amortisiert sich nie.


Und wieso habe ich jetzt doch einen gekauft?


Weil ich die Faktoren, die gegen einen Kauf sprechen, mittlerweile geringer schätze als die, welche dafür sprechen. Es hat mehrere Jahre gedauert, bis das der Fall war, aber ironischerweise hat es die Verbrenner-Automobilindustrie letztlich doch geschafft.

Hinzu kommt, dass ich erfolgreich einen enormen Aufwand getrieben habe, um ein qualitativ akzeptables Exemplar zu finden. Als schließlich dieser hier in den Fokus gerückt ist, gab es unter anderem drei ausführliche Probefahrten (55 und 2 x 85 km) mit jeweils langer Anreise sowie ein Treffen im fast 300 km entfernten Düsseldorf, um gemeinsam mit dem Werkstattmeister der dortigen Tesla-Niederlassung alle Details an speziell diesem Auto zu besprechen, inklusive einer weiteren gemeinsamen Probefahrt. Mein Dank gebührt an dieser Stelle vor allem dem Vorbesitzer, ohne dessen Geduld, Bereitschaft und vor allem Leidensfähigkeit das Geschäft nicht zustande gekommen wäre. Aus seiner Sicht war das sicher erhöhter Schwierigkeitsgrad.
Egon
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#416693
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 13:55 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Was gefällt mir denn nicht an einem Model S?

Oh, da gibt es eine Menge! Das bekomme ich wahrscheinlich gar nicht alles auf Anhieb zusammen. Versuchen wir es:

  • Die Ausführung des Model S als schweres, großes, übermotorisiertes und überbreites Sportcoupé ist überhaupt nicht mein Ding. Um das zu mögen, muss man auf Autos wie beispielsweise Jaguar XF oder Maserati Quattroporte stehen - tu ich aber nicht.

  • Das getönte Panorama-Glasdach mit der großen Öffnung sowie der riesige Kofferraum sind natürlich sehr geil. Die Kopffreiheit beim Einsteigen ist es aber leider nicht und auf der Rückbank sitzt man wie ein Affe auf einem Schleifstein. Die ist nämlich viel zu niedrig und man sitzt deshalb - überspitzt ausgedrückt - mit den Ohren zwischen den Knien. Das liegt daran, dass die Traktionsbatterie im Boden schätzungsweise 15 Zentimeter Höhe kostet, die man aber oben nicht dazu bekommt, damit das Auto windschlüpfrig-flach bleibt.

    Vorne sitzt man hingegen prima, Platz ist überall reichlich. Trotzdem rutschen hinten lange Kerls nach einiger Zeit hin- und her, um eine halbwegs erträgliche Sitzposition zu finden. Zum Glück schmeichelt der Alcantara-bezogene Dachhimmel dem Schädel, mit dem man beim vergleichsweise beschwerlichen Ein- und Aussteigen an den Seiten regelmäßig Kontakt hat.

  • Möglicherweise ein Grund, warum an dieser Stelle keine Handgriffe angebracht sind - für sich betrachtet ist deren Fehlen im Alltag aber eine ganz schlechte Idee. Das gilt auch für die rahmenlosen Fenster, die in meiner Wahrnehmung mehr Nach- als Vorteile bieten. Oder die Sache mit den elektrisch ausfahrenden Türgriffen: Fraglos nett anzuschauen und strömungstechnisch vermutlich eine gute Sache, aber von erwiesenermaßen fragwürdiger Langzeit-Haltbarkeit.

  • In vielen Details spürt man die amerikanisch-legere Verarbeitung und man sieht an den Autos im Vergleich, dass die Qualität von Fahrzeug zu Fahrzeug und je nach Produktionsdatum schwankt. Wobei ich die oft gelesene Behauptung "je neuer, je besser" leider nicht bestätigen kann: Zwar gibt es offenbar eine allmähliche Steigerung über die Baujahre hinweg, aber gerade in jüngster Zeit auch wieder einige Ausreißer.

    Man muss schon eine ganze Weile und sorgfältig suchen, um ein leidlich gelungenes Exemplar zu erwischen. Wer mich kennt der weiß, dass ich genau das getan habe und ich denke, ich war dabei recht erfolgreich. Trotzdem: Wer an dieser Stelle japanischen Standard erwartet, wird mit einem Tesla nicht glücklich werden.

  • Noch mehr als ein HSD ist ein Tesla ein fahrender Computer mit dem Auto drumherum als Peripherie. Das führt dazu, dass es gelegentlich zu Hängern kommt und hin und wieder ein Reset notwendig ist, was zwar kein echtes Problem darstellt, aber das Konzept sollte man schon mögen.

  • Der Rechner, der den riesigen Bildschirm steuert, hat erkennbar zu wenig Rechenleistung. Der Verzicht auf Tasten und Schalter ist konsequent, führt aber mitunter dazu, dass man in Menüs herum suchen muss. Durch die bewusst flache Menüstruktur ist das nicht wirklich kritisch, aber für einige wenige Funktionen wäre eine separate Taste die alltagstauglichere Lösung.

  • Das Soundsystem ist zwar insgesamt ok, aber der DAB-Empfang vergleichsweise schwach, das kann selbst Toyota besser. Eine Verkehrsdurchsage wird durch ein aufpoppendes Fenster gemeldet, aber wenn man gerade eine andere Audio-Quelle hört, ist die Durchsage nicht hörbar und hört man Radio, wird es während einer Verkehrsdurchsage nicht lauter. Leider ist das keine falsche Einstellung, sondern das kann das Ding tatsächlich (noch) nicht, und das ist nicht das einzige.

  • Das Navi sieht auf beiden Displays toll aus, seine Navigationsleistung ist aber eher unterdurchschnittlich. Viele lieb gewonnene Funktionen fehlen, etwa die Auflistung von Verkehrsproblemen nach Straßen, das Eingeben mehrerer Fahrtziele am Stück etc. Im Display grafisch korrekt angezeigte Verkehrsbehinderungen werden nicht verlässlich umfahren.

  • Es gibt kein HUD, kein rSAP-Protokoll fürs Mobiltelefon und - ich konnte es kaum glauben - im Model S keine höhenverstellbaren Gurte und Kopfstützen.

  • Die Fernsteuer-App auf dem Smartphone kann zwar einige nette Dinge, aber man sieht, dass sie noch lange nicht zu Ende entwickelt ist. Weder mit ihr noch mit dem nett gemachten Schlüssel kann man beispielsweise Fenster öffnen oder schließen.

  • Ebenso fehlen einige nützliche Assistenzsysteme, etwa ein brauchbarer Totwinkel-Assistent, ein ICS, ein RCTA - Funktionen, die man beispielsweise aus dem Prius 4 kennt und die dort prima funktionieren.

    Das Fehlen dieser vergleichsweise einfachen Assistenten ist doppelt erstaunlich, denn der vorhandene und um Klassen aufwändigere Autopilot der ersten Generation macht im Großen und Ganzen einen sehr guten Job, das kann ich nicht anders sagen. Wenn ich die eher einfache Sensorik berücksichtige, die beim AP1 zum Einsatz kommt, habe ich größten Respekt vor den Programmieren. Wüsste ich nicht, dass Tesla ihn als Level 2-System einstuft, hätte ich ein Level 3-System vermutet.

Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben. Fassen wir es so zusammen: Es gibt enorm viele gute Ansätze und manche Sachen sind so verblüffend genial gelöst, dass man sich fragt, wieso da noch niemand drauf gekommen ist oder warum das andere Hersteller nicht schon längst genauso machen. Umso irritierender, wenn vergleichsweise simple Funktionen gar nicht oder nur schlecht implementiert sind, selbst wenn sie in anderen Autos seit Jahrzehnten selbstverständlicher Standard sind.
Egon
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#416694
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 13:56 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Wenn mich so viel stört, wieso habe ich das Auto trotzdem gekauft?

Diese Frage muss man eigentlich unterteilen in

a) Wieso habe ich überhaupt ein Elektroauto (BEV) gekauft? und
b) wieso ausgerechnet ein Model S?

  • a) Zum Umstieg auf ein BEV zum jetzigen Zeitpunkt trugen folgende Faktoren maßgeblich bei:

    • Die konsequente, bislang sehr erfolgreiche, mehr oder minder geschickt getarnte und anhaltende Verweigerungshaltung der Automobilhersteller, allen voran der deutschen.

    • Über Jahre hinweg sehr viele Diskussionen mit zahlreichen BEV-Fahrern, vom Twizy bis zum Model X. Ich kann mittlerweile, so denke ich, recht gut einordnen, was geht und was nicht.

    • Seit Jahresbeginn 2017 mehrere Testfahrten und Gespräche mit santosha und alupo und deren Autos (Danke schön nochmals!), nachdem klar war, dass ich bis auf Weiteres nur mit einem Tesla mein Fahrprofil abbilden kann.

    • Das unerträgliche Verhalten der zuständigen Behörden und der Politik.

    • Völliges Desinteresse selbst bei persönlich betroffenen Dieselfahrern.

    • Der letzte Auslöser für den Tesla-Kauf war der Opel Ampera-E. Dieses Auto ist für mich die manifestierte Verweigerungshaltung der Automobilindustrie. Ich saß drin, ich bin damit gefahren, er hat mir gefallen. Ein flotter praktischer Kompakter mit 60 kWh an Bord - toll! Und was macht GM/Opel? Stattet ihn für Europa mit einem Schnarchlader aus. Will ihn nicht verkaufen, sondern nur so tun als ob. Wer das nicht glaubt, soll einfach versuchen, einen zu erwerben. Die Übernahme von Opel durch Peugeot kommt in diesem Fall als weiterer Faktor hinzu, aber im Grunde zieht es sich seit Jahren durch wie ein roter Faden: Die Verbrenner-Hersteller wollen ums Verrecken nicht, und rein den Zahlen nach müssen sie auch noch nicht.

    • Meine Überzeugung, dass es den Herstellern noch locker bis 2025 gelingen wird, wirklich nennenswerte BEV-Marktanteile zu verhindern.

    • Meine Vermutung, vor 2021 kein flächendeckendes, reibungslos funktionierendes CCS-Ladenetzwerk zu erleben (am ehesten erleben wir noch an dieser Stelle eine positive Überraschung).

    • Mit einem Tesla-Kauf belohnt man den Ausbau des ersten brauchbaren Schnelllade-Netzwerks und fördert es (der Vorbesitzer hat gerade einen neuen S 100D gekauft).

    • So ein bisschen ist der Kauf eine Trotzreaktion, um bewusst der etablierten Automobilindustrie und der deutschen Politik den Stinkefinger zu zeigen für das, was sie angerichtet haben und weiterhin ungehindert verbrechen.


  • b) Dass es trotz aller vorhandenen Defizite ausgerechnet ein Model S wurde, liegt daran:

    • Macht echt Laune!

    • Die Kombination aus Antrieb, Ladenetzwerk und Bedienkonzept ist das zentrale Tesla-Alleinstellungsmerkmal. Es gibt kein anderes Produkt auf dem Markt, das diese Dreifach-Kombination bietet. Das werden die Mitbewerber auf absehbare Zeit nicht aufholen. Käme die Kiste jetzt noch aus Japan und wäre entsprechend verarbeitet, hätte ich auf den gesalzenen Preis ohne Murren noch was drauf gelegt.

    • Das gute Gefühl, die Minerölkonzerne nicht unterstützen zu müssen.

    • Das Fahrgefühl muss man erlebt haben. Ich habe schon in jedem HSD etwas mitleidig auf konventionell motorisierte Autos geblickt, wenn beispielsweise deren Fahrer an der Ampel im Stand Brumm-Brumm gemacht haben oder wenn erkennbar war, dass da gerade jemand 50 Riesen für ein Stück antike Technik hingeblättert hat. In einem Tesla empfinde ich das noch stärker; das ist keineswegs nur eine Frage der unnötig üppigen Fahrleistungen.

Wobei ich sagen muss, dass ich auf den ersten jetzt knapp 1000 Kilometern nicht mehr als mal kurz 140 auf dem Tacho gesehen habe, das war bei einem Überholvorgang. Mein Fahrstil hat sich also nicht geändert.

Gestern stand ich in Heidelberg an der Ampel vor der Autobahn und der Fahrer eines neuen Dodge wollte mich brumm-brumm-machend zu einem Wettrennen herausfordern. Ich bin schon allein deswegen nicht darauf eingegangen, weil ich dem Kerl nicht den Tag versauen wollte. Es fährt sich ziemlich souverän, wenn man weiß, dass sowieso alles im Rückspiegel schnell kleiner wird, wenn man das möchte - abgesehen vielleicht von einer Hayabusa. Der zweite Grund ist, dass die ersten zwei Kilometer der A656 auf Tempo 70 limitiert sind und dort gerne Erinnerungsfotos gemacht werden. Ich wusste das, der Dodgefahrer offenbar nicht.


Würde ich anderen den Umstieg auf ein BEV empfehlen?

Nicht pauschal. Sich gedanklich damit zu befassen und die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen, ist natürlich sinnvoll.

Vom garantierten baldigen Siegeszug der Elektromobilität bin ich nach wie vor persönlich nicht überzeugt. Zu viele Interessen stehen dagegen. Deshalb sind die Zulassungszahlen von BEV bei uns auch anhaltend so, wie sie eben sind: Marginal, also Null Komma irgendwas Prozent. Auf jedes neue Elektroauto kommen Hunderte neuer Verbrenner, davon mindestens 150, manchmal 200 neue Diesel. Jeden Tag! Und das wird sich auch nicht in Bälde ändern; ich bin also nicht davon überzeugt, dass die Elektromobilität schon bald aus ihrer winzigen Marktnische herauskommt. Die im Forum damals viel beachteten Prognosen von Herrn Thomsen wirken vor diesem Hintergrund geradezu grotesk optimistisch

Freilich ist das eine Definitionsfrage: Was genau ist denn ein "Siegeszug"? Ich denke, 20 Prozent BEV-Anteil an den Neuzulassungen weltweit ist ein erstrebenswertes und nicht völlig unrealistisches Ziel, doch das wird noch sehr lange dauern und würde trotzdem nichts daran ändern, dass zum Beispiel 2030 immer noch mindestens zwei Drittel Verbrenner auf der Erde herum fahren. FCEV werden nach meiner Einschätzung Marktanteile erwerben und halten können, quantitativ aber dauerhaft auf niedrigem Niveau und deutlich hinter den BEV. 2025 ziehen wir ein erstes Zwischenfazit; mal sehen, ob ich richtig lag.

Wenn man jetzt schon dabei sein möchte, ist man gut beraten, sehr kritisch das eigene Fahrprofil zu hinterfragen. Nur, wenn es wirklich passt und Destination-Charging (zu Hause/am Arbeitsplatz) kein Problem darstellt, empfehle ich einen Umstieg. Ansonsten ist es aus meiner Sicht wesentlich klüger, die Existenz eines funktionierenden CCS-Ladenetzes abzuwarten, und erst dann ein BEV zu erwerben; dann muss es auch kein fetter und teurer Tesla sein. Die Zwischenzeit lässt sich mit einem HSD sehr gut und um Faktoren ökonomischer überbrücken.


Bin ich zufrieden mit dem Tesla, würde ich ihn wieder kaufen?

Das kann ich noch nicht beantworten.

Bleibt zu hoffen, dass ich ein qualitativ akzeptables Exemplar erwischt habe und mich daran in den nächsten Jahren mehr erfreue als ärgere. Ich werde im Forum ehrlich berichten.

Was ich jetzt schon sagen kann ist, dass Fahren mit dem Tesla für gute Laune sorgt und für vieles entschädigt, was weniger gut gelungen ist.


Wenn ich wieder etwas Zeit dazu finde, werde ich Eure bereits gestellten und zukünftigen Fragen nach und nach beantworten.

Grüße, Egon
Egon
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#416696
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 14:06 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
eppf schrieb:
Hast du dir die Übersichtskarte mit den H-Tankstellen in D einmal angesehen? Ich vermute eher nicht.
Hybridfan5 schrieb am 04.09.2014:
... und falls man schon ein H2 Auro betanken möchte...dann hier:
www.cleanenergypartnership.de/h2Tankstellen/

Gruß
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#416697
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 14:07 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Mir war zu mindest aufgefallen, dass Du Dich mit dem VW Abgas Skandal befasst hattest. Aber ich wollte das nicht breit treten. Du hast auch deine Privatsphäre verdient.

Jetzt werde ich erst einmal in Ruhe die Bedenken Beträgs durchgehen.

Yaris Gerd
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#416698
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 14:17 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Danke Egon! Ist m.M.n. 100% schlüssig und nachvollziehbar.

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#416699
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 14:19 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Hybridfan5 schrieb am 04.09.2014:
... und falls man schon ein H2 Auro betanken möchte...dann hier:
www.cleanenergypartnership.de/h2Tankstellen/

Genau diese Karte meinte ich und den extrem großen weißen Fleck in der Mitte von D sieht man hier sehr deutlich.

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#416706
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 14:53 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Danke @Egon für deinen kritischen Bericht. Ich denke auch darüber nach, ob ich mir ein BEV zulegen werde. Ein Tesla ist für mich zu teuer. Nicht, dass ich ihn nicht haben könnte, aber ich bin nicht bereit, so viel Geld dafür auszugeben. Im Moment beobachte ich den neuen Zoe und den noch nicht genauten Sion von Sono Motors. Ich werde mir noch etwas Zeit lassen. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, den Yaris umzubauen.

Mal sehen

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#416717
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 17:00 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Hallo Egon,

vielen Dank für die Aufklärungen - fast wäre ich noch geplatzt vor Neugier !

Darf ich noch eine klitzekleine Frage nachschieben?:

der Name: wieso "Jet"?

Grüße,
Walter

( Ich frage nicht nur so. Bei der ersten P2 Probefahrt hatte ich genau diese Assoziation: Verhalten wie ein Klein-Motorflugzeug!Bezogen habe ich das damals auf die Fähigkeit der Beschleunigung über einen großen Geschwindigkeitsbereich bei konstant hoher Drehzahl (50-150). Dann das Zurückfahren der Drehzahl bei Erreichen von 150 km/h auf "Reisewerte" und schließlich sanfter Übergang in "Idle" beim Ausrollen weit vor einer Ausfahrt. Dito beim Bergauffahren (Climb) oder Bergabfahren (Descent) )
cirr_s
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Letzte Änderung: 07.08.2017 17:10 von cirr_s.
P-2; 2008; arctisblau; SOL ohne Extras;
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#416724
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 18:10 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Zitat Egon:
Das trifft es ziemlich genau. Als ich Samstag Abend einigermaßen erstaunt gesehen haben, welche Welle das macht (3000 Zugriffe innerhalb weniger Stunden!), habe ich es natürlich unkommentiert laufen lassen. Wieso auch sollte ich so eine schöne Diskussion durch weitere Fakten belasten? Nein, Im Ernst: Ist schon ein bisschen merkwürdig, dass das selbst in zwei weiteren Foren ein Thema ist. Ich habe ein BEV gekauft, nicht den Nobelpreis gewonnen.

Hallo Egon, also mich erstaunt das in keinster Weise. Und ich dachte mir auch, daß deine Antwort etwas auf sich warten lässt, da diese nicht mit 3-4 Zeilen enden würde. Ich habe es schon einmal geschrieben und schreib es nochmal. Deine Art dich mit Dingen bzw. Entscheidungen auseinander zu setzen bzw. diese zu erklären, ist mir beinahe unheimlich.
Eigentlich müsste sich ein Großteil der Auto-Journalie in Grund und Boden schämen, falls sie auch nur einen deiner Fahrzeugberichte gelesen haben. Ich weiß, du hörst das nicht so gerne, aber es ist wie es ist.

Gruß hybbi56
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Letzte Änderung: 07.08.2017 18:39 von KSR1.Grund: Zitat repariert
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#416738
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 19:38 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Chapeau!

Das ist der bis jetzt in meinen Augen der sachlichste Teslabericht den ich je gelesen habe.

Ich hatte mal bei einem Teslafahrer nachgefragt, ob die vorderen Gurte höhenverstellbar sind (ich wusste es wirklich nicht...) als Antwort bekam ich, "Sie sind ja nur neidisch"....

Ich freue mich jetzt schon über jeden weiteren Bericht!
Gulfoss
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#416741
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 20:05 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Wenn ich die Bilder aus Dem Startbericht angucke tut die Materialqualität and die meines Mondeos denken, auch eine USA-Entwicklung. Also nicht slecht, aber sub-Premium.

Jan
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#416745
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 20:59 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Herzlichen Glückwunsch zum neuen Auto und allzeit gute Fahrt!

Ich kann die Argumente und Deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen, bin selbst über Wochen schwanger mit dem Gedanken an ein gebrauchtes Model S gegangen. Bei mir hat der Prius IV PHEV gesiegt; auch weil ich zu dem Preis eines vernünftigen gebrauchten Model S 2 1/2 Prius bekommen hätte.
Ernie
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#416751
Aw: Egons blauer Elektrojet 07.08.2017 21:35 - vor 2 Jahren, 2 Monaten  
Ich finde es bewundernswert wie Du so selbstkritisch an den Tesla heran gehst ohne ein Fanboy zu sein. Das stell ich mir etwas schwierig vor hinsichtlich des Preises.

Nachdem ich das Verhalten der Politik und der Autoindustrie die letzten Jahre mitbekommen habe , werde ich mir garantiert kein Verbrennen mehr kaufen. Am liebsten möchte ich schreiben : kein Bev von einem Verbrennerhersteller.

Wenn es denn soweit ist werde ich eher auf den Carsharing Zug aufspringen als ein E Fahrzeug zu kaufen.

Danke für Dein Bericht Egon

Gruß Micha
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