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Radfahrer und Autofahrer
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Umwelt-Themen, Vergleich von Antriebstechniken etc.
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THEMA: Radfahrer und Autofahrer
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#566383
Aw: Radfahrer und Autofahrer 09.11.2019 10:23 - vor 1 Woche, 1 Tag  
Am Donnerstagnachmittag kam es in der Wiesbadener Innenstadt zu einem zusammenstoßen, zwischen einem Auto und einem Fahrradfahrer. Ausgelöst wurde dieser durch eine Fußgängerin, die jedoch einfach weiter lief, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Ein 30-Jähriger wurde verletzt.
www.wiesbadenaktuell.de/startseite/news-...nd-laeuft-davon.html

LG
Klaus
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#566901
Aw: Radfahrer und Autofahrer 11.11.2019 16:19 - vor 6 Tagen, 10 Stunden  
Hi,

so, ich habe hier ein wenig herumgelesen und finde das Thema sehr spannend.
In unserer "Fahrradstadt" ist das ganze Thema aber auch extrem heiß.
Die ganze Stadt sowieso zu klein für den ganzen Verkehr (Autos, Fahrräder, Fußgänger);
+ absolut unterirdischer ÖPNV (Busse, sternförmiges Netz, ...)
+ überproportional viele Radfahrer (70% Studis vom Dorf, 30% ideologische Hardcores );
+ sehr viele Pendler und Touristen aus dem ländlichen Umfeld und Nachbarland....
= explosive Mischung


Warum sich hier im Forum so eine wüste Kontroverse entwickelt, scheint mir (auch) stark daran zu liegen, dass hier die jeweils "falschen" aufeinander treffen.
Dies ist eine Plattform, auf der sich nur sehr wenige rumtreiben dürften, denen rote Ampeln, Vorfahrt, Rücksicht, vorausschauendes Fahren, .... egal oder ein Graus sind - egal, mit welchem Vehikel.

Und dann ranzt der "gute Radfahrer" den "guten Autofahrer" an (und umgekehrt) wegen eines Verhaltens, das der gar nicht selbst an den Tag legt.

Was ich allerdings bei aller Liebe zur Ausgewogenheit schon sagen muss: Auf dem Fahrrad sind Viele (!= alle) deutlich "schlechtere Verkehrsteilnehmer" als im Auto.
Rote Ampel/Einbahnstraße/Vorfahrt/Zebrastreifen missachten, Fahrbahn in falscher Richtung benutzen, durch Fußgängerzonen/über Bürgersteige heizen, Richtungswechsel nicht ankündigen, ... wie oft sieht man das bei Autofahrer und wie oft bei Fahrradfahrern?
(spontan fällt mir keine Verkehrsregel ein, die von Autofahrern häufiger gebrochen wird als von Radfahrern ... außer Geschwindigkeitsbegrenzungen, weil es die bei Radfahrer nicht wirklich gibt )

Das Erstaunliche finde ich ja: Das sind größtenteils dieselben Leute, die auf dem Rad Dinge tun, die ihnen im Auto nie in den Sinn kämen.
WEIL: Auf den Fahrrad hat das seeeeehr viel seltener negative Konsequenzen als im Auto. Wer öfter mal im normalen Verkehr mit dem Auto eine rote Ampel oder die Vorfahrt ignoriert, kommt nicht weit. Auf dem Fahrrad wird da Vieles "passend gemacht" oder ist per se nicht so folgenreich.

Ich habe mal in einer Zeitung über das Verkehrsverhalten von Fahrradfahrern die These gelesen, Radfahrer hätten "... ein gefühltes Recht auf Flow...".
Und das trifft meine Beobachtungen eigentlich recht gut.
Wo es für Autofahrer sehr normal ist, je nach Verkehrslage immer wieder anhalten, beschleunigen und langsamer als gewollt fahren zu müssen, versuchen Fahrradfahrer sehr viel mehr, konstant "ihre Geschwindigkeit" zu fahren.
(Das kann damit zu tun haben, dass es für Fahrradfahrer physisch deutlich anstrengender ist als mit dem Auto)
Ein weiterer Faktor (nicht nur in dem Kontext, sondern im Straßenverkehr und dem Leben überhaupt) dürfte mit der menschlichen "Risikowahrnehmung" zu tun haben. Man schätzt Risiken immer deutlich niedriger ein, wenn man das Gefühl hat, die Lage selbst steuern/wählen zu können - was leider oft doppelt falsch ist: Das Risiko ist größer UND man hat sehr viel weniger selbst in der Hand als gedacht.


Egon schrieb:
Zitat:
Darf man das?
Dürfen Radfahrer Autos an der Ampel rechts überholen?
...Dürfen Radfahrer rechts überholen?

- www.bike-bild.de/service/recht/duerfen-r...berholen-427529.html

Grüße, Egon


Interessant. Wusste ich auch noch nicht.
Man lernt nie aus.


Damals (1988) hat mir mein Fahrlehrer das sogar als gutes Fahrverhalten beigebracht: "Rechts bis an den Bordstein dranfahren; sonst entstehen nur gefährliche Situationen."
Gut zu wissen, dass Fahrradfahrer aber ein Recht darauf haben, da zu fahren.

ABER: Knackpunkt dürfte der Terminus "ausreichend Abstand" sein.

Da es auf meinen "Standardwegen" nirgends Straßen gibt, die "1 KFZ-Breite + 1m + 1 Fahrradlenker(!!)breite" breit sind, dürfte das Ganze eher theoretischer Natur sein.
Und: Da, wo der Abstand stimmt, hatte ich auch noch nie Stress, wenn ein Fahrradfahrer da vorbeifährt. Schaut man sich halt an, sieht zu, dass man sich beim Anfahren nicht in die Quere kommt (lässt ihn ggf. erstmal vorbei) und gut ist.
Stress kommt bei mir immer nur auf, wenn Radfahrer sich im mm-Abstand an mir vorbeiquetschen (gerne auch mal, wenn ich fahre). Da denke ich so manches Mal: "Wenn ICH an DIR in diesem Abstand vorbeifahren würden, würdest du ausrasten."
Da kommt vermutlich wieder die "Risikowahrnehmung" von oben ins Spiel.

Gruß

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Letzte Änderung: 11.11.2019 16:25 von PMueller.
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#566903
Aw: Radfahrer und Autofahrer 11.11.2019 16:49 - vor 6 Tagen, 10 Stunden  
Nun, das von @KSR1 gepostete kann ich bestätigen - es gibt immer mehr Fußgänger, die ohne auf den Verkehr zu achten auf die Fahrbahn laufen.

Ich kenne die erwähnte Stelle, die sehr unübersichtlich ist, da in einer für Autos recht engen Kurve mit zusätzlich auf beiden Seiten parkenden Autos, und, an der bestimmt einige Leute über die Straße gehen, ohne richtig zu gucken...Dort ist die Ampel allerdings die einsehbarste Stelle (es gibt da eine Menge andere Punkte, an denen es viel abrupter ablaufen würde - evt. war auch der Autofahrer kurz abgelenkt...Und so ein Fahrrad muss man halt erst mal runterbremsen, wenn ein Auto vor einem in die Eisen geht

Rote Ampel/Einbahnstraße/Vorfahrt/Zebrastreifen missachten, Fahrbahn in falscher Richtung benutzen, durch Fußgängerzonen/über Bürgersteige heizen, Richtungswechsel nicht ankündigen, ... wie oft sieht man das bei Autofahrer und wie oft bei Fahrradfahrern?
Ich sehe das alles hingegen primär bei Autofahrern. Wohne aber auch eher in einer Autostadt - in einer Untersuchung des AFCD landete sie auf dem letzten Platz (Nr.50 oder so). Hier hat man als Fahrradfahrer oft keine Rechte und wird von den Autofahrern schnell in (manchmal sogar Lebens-)Gefahr gebracht.
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Letzte Änderung: 11.11.2019 16:52 von ElektrischesGefühl.
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#566905
Aw: Radfahrer und Autofahrer 11.11.2019 17:05 - vor 6 Tagen, 10 Stunden  
ElektrischesGefühl schrieb:
...Ich sehe das alles hingegen primär bei Autofahrern. Wohne aber auch eher in einer Autostadt - in einer Untersuchung des AFCD landete sie auf dem letzten Platz (Nr.50 oder so). Hier hat man als Fahrradfahrer oft keine Rechte und wird von den Autofahrern schnell in (manchmal sogar Lebens-)Gefahr gebracht.
OK, da sind vermutlich all die regelbrechenden Fahrradfahrer bereits ...."verschwunden".

Kann natürlich auch sein, dass es sowas wie eine städtspezifische Fahrkultur gibt und meine Beobachtungen nur auf meine Stadt zutreffen. Hier ist das jedenfalls sehr ausgeprägt.

Aber: Für all die gefährlichen (oder wutauslösenden) Situationen, die ich schon gesehen habe, gibt es erstaunlich wenig (und harmlose) Unfälle.
Funktioniert also vielleicht letztlich doch.

Gruß

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Letzte Änderung: 11.11.2019 17:11 von PMueller.
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#566918
Aw: Radfahrer und Autofahrer 11.11.2019 18:17 - vor 6 Tagen, 8 Stunden  
Hier gibt es leider in - für mein Empfinden - doch recht regelmäßigen Zeitabständen immer wieder auch tödliche Unfälle mit Radfahrern...

Aber das Prinzip des geregelten Chaos' bei verschiedensten Verkehrsteilnehmern (LKW, PKW, Mofa, Rad) gibt es ja schon - z.B. in asiatischen Großstädten. Wobei man da als Fußgänger doch sehr vorsichtig sein sollte...
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#566982
Aw: Radfahrer und Autofahrer 11.11.2019 22:36 - vor 6 Tagen, 4 Stunden  
ElektrischesGefühl schrieb:
Hier gibt es leider in - für mein Empfinden - doch recht regelmäßigen Zeitabständen immer wieder auch tödliche Unfälle mit Radfahrern...
Bei uns gibt's das auch immer wieder mal, aber
- eben "nur" (sofern man das sagen kann) ca 2 pro Jahr (bei einer Stadt mit >300000 Einwohnern) und
- alle entweder "Abiegeunfälle" mit LKW oder Buss oder mit anderen Fahrradfahrern.

Die meisten kribbeligen Situationen erlebe ich allerdings mit PKW (oder Fußgängern). Daher meine Überraschung.

Aber wie gesagt: Ich weiß nicht, wie repräsentativ das ist. Kann auch ein spezielles Phänomen meiner Stadt sein.

Gruß

PMueller
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